An den

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. (BPE)

Geschäftsführender Vorstand

Wittener Str. 87

 

44789 Bochum

 

22. November 2005

 

 

„Offener Brief des BPE zur infamen Kampagne der Aktion Psychisch Kranke“ vom 22. September 2005

 

 

Liebe(r) Dagmar, Doris, Elke, Jurand, Martin und Ruth,

 

der von Matthias unterschriebene und vermutlich auch entworfene Offene Brief wurde weit gestreut. Den Briefstil empfinden wir für eine Selbsthilfe-Organisation,

 

 

als unpassend, ja kontraproduktiv.

  

Unter Lobbyarbeit für die von psychiatrischen Maßnahmen betroffenen Menschen unseres Gemeinwesens (§ 2, 2. 1. Punkt) verstehen wir etwas ganz anderes. Auf diese Weise jedoch werden uns gegenüber wohlwollende professionell Tätige Abstand davon nehmen, Vertreter(innen) des BPE oder seiner Landesverbände bzw. Selbsthilfegruppen hinzuziehen.

 

Mitglieder des LV PE BW sind in Baden-Württemberg in der Gremienarbeit seit 1983 zu Hause. Verschiedene Psychiatrie-Professoren, mit denen sie zusammen arbeiten, haben ihr Befremden über diesen Stil geäußert. Da auch LV PE BW-Mitglieder die im Offenen Brief zum Ausdruck gebrachte mangelnde Sachlichkeit sehr störte, fiel es ihnen schwer, sich hinter den BPE zu stellen.

 

Liebe BPE-Vorstandsmitglieder, wir bitten euch sehr, einen anderen Verfasser für eure Briefe zu suchen bzw. Derartiges nicht abzusegnen. Solche stilistisch daneben gegriffene Schreiben schaden dem Ansehen des Verbandes und behindern nicht nur die Arbeit vor Ort, sondern auch auf Bundesebene. Wenn Kritik notwendig ist, kann das auch anders geschehen (Beispiele die Schreiben von Uschi an Prof. Härter, Prof. Hegerl und Frau Lisofsky).

 

Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Es handelt sich hierbei nicht um eine Überempfindlichkeit des LV PE BW-Vorstandes. Aus anderen Bundesländern erreichten uns ähnlich besorgte Meldungen. Uns bewegte dieser im Auftrag vom BPE-Vorstand auf den Weg gebrachte Text dazu, unser bereits im Frühjahr geplantes, von der AOK angeregtes Positionspapier nun mit Volldampf unter die Leute zu bringen. Wir zumindest wissen, dass jede Gruppierung ihre spezifische Kompetenz, aber auch Empfindlichkeit hat. Auf Letztere ist Rücksicht zu nehmen. Es sollte bekannt sein, dass wir nur gemeinsam mit anderen Verbänden etwas zum Wohle der von psychischen Erkrankungen und psychiatrischen Maßnahmen betroffenen Menschen bewirken können.

 

Auf eure Rückmeldung freuen wir uns.

  

Mit herzlichen Grüßen

                                         

U. Zingler                                                 

Vorsitzende des LV PE BW

 

gez. Helene   gez. Karl Heinz   gez. Klaus   gez. Rainer