Von der Initiative EX-IN Bremen hörte ich bewusst im Januar 2007 durch Dr. Thomas Bock, Hamburg, und fand diese Idee der gemeinsamen Weiterbildung von Betroffenen und Profis großartig. Heute freue ich mich sehr über Rainer Höflachers Initiative, der diese Möglichkeit der Mitarbeit und Weiterbildung für Baden-Württemberg initiierte und hierher holte. Denn 1990 „musste“ auch ich die Psychiatrie kennen lernen.  

Ich heiße Ingrid Peters,  

bin 1938 geboren, hinein in eine sich sehr negativ entwickelnde, menschenverachtende und kriegsvorbereitende Zeit der deutschen Geschichte. Und erst in den 90er Jahren, nach macht- und leidvollen Erfahrungen in meiner weiteren Analyse und Eigenanalyse habe ich erkennen müssen, wie tief auch ich selbst durch das subjektive / objektive und kollektive Unbewusste über meine Familie durch diese NS - Zeit negativ beeinflusst wurde. Als Kind im Schwäbischen aufgewachsen, bin ich fünfzehn Jahre lang, während Kriegs- und Nachkriegsjahren, in intensiver Selbstverantwortung und Arbeit innerhalb meine Familie aufgewachsen. Kinderarbeit war damals fast normal, gezwungenermaßen auch durch die Dauererkrankung meiner Mutter. Das hat mich in tiefer Realität aufwachsen lassen, ohne die ich meine spätere Psychiatriegeschichte nicht so überlebt hätte. Das ist auch der Grund, warum ich seit vielen Jahren mit anderen zukunftshoffenden Betroffenen intensiv zusammen arbeite, sowohl beteiligt in der Selbsthilfe, in Psychose-Seminaren, mitbeteiligt in Sozialarbeit als auch der Medizin und Psychologie, initiiert i. A. des Sozialministeriums für Arbeit Familie und Gesundheit und der dabei bundesweit beteiligten Kliniken und der Professionellen, unter dem Sammelbegriff: „Patient als Partner“. Daraus entwickelte sich auch seit einigen Jahren die Zusammenarbeit zur gegenseitigen Weiterbildung von Professionellen zusammen mit Betroffenen, genannt EX-IN, Bremen (und nun auch in Baden-Württemberg).  

Rückblick: Ab 1990 bearbeitete ich meine mich blockierenden Inhalte in einer Psychotherapie, in der ich durch besonders günstige Einflussnahme des Therapeuten bereits nach wenigen Monaten eine Spontangesundung (Spontanremission) erlebte, die mir erst eine unglaubliche, vorher nie gekannte Freiheit im Körper und im Denken bescherte, die mich jedoch auch blitzschnell aufdeckend zu meinem Hauptproblem als Säugling und zu meiner (fünf Tage umschlingenden)  Nabelschnurgeburt führten, zusammen mit der Ablehnung bei der Geburt durch meine Eltern, neu ausgelöst durch eine Reizwiederbelebung im Büro. Alles zusammen wurde jedoch damals weder von Therapeuten noch von mir  als solches erkannt. Weiter folgten dazu nicht bewältigbare Probleme am Arbeitsplatz, was mich deshalb blitzschnell in eine Psychose schleuderte, die mich damals freiwillig für drei Monate in eine Stuttgarter Psychiatrie-Klinik führte, doch dann vom Arzt mit sanfter Gewalt überredet, insgesamt sechs Monate dauerte, mit fast täglicher „Tiefenpsychologischer Therapie“. Zu spät merkte ich eine stetige Verschlechterung meines körperlichen und seelischen Befindens. Später wußte ich, es war eine Reizwiederbelebung durch den Einfluss des Behandlers mit meinen ungelösten Geburts- und NS – Problemen, die durch die damaligen Behandler offensichtlich noch nicht erkennbar und deshalb nicht behandelbar waren. Übergangslos schlitterte ich deshalb weiter in eine zweite (sogar lebensbedrohende) Psychose, die ich danach wegen meiner totalen Ärzteverweigerung alleine in den Griff bekommen wollte. Ich hatte 2½ Jahre die Heilpraktikerschule besucht und dazu gleichzeitig intensive psychologischer Weiterbildungen mitgemacht. Rund fünf Jahre brauchte ich, um mich wenigstens wieder auf einen vor der Psychotherapie körperlich vorhandenen relativen Gesundheitszustand zu bringen.  

 Ohne Zweifel, ich hatte aus Allem viele gute Erfahrungen gesammelt, doch dazu die schlechten Erfahrungen, die mich innerlich fast abwürgten, brachten mich zu meiner festen Entscheidung, einerseits mich der Erforschung und Analyse meiner und allgemein der Hinterfragung der gesamten Ursachen seelischer Erkrankungen zu stellen, denn nach einigen Jahren meiner iatrogen (ärztlich) verursachten Leidens mit heftigen Blockierungen war ich inzwischen intensiv in verschiedenen Richtungen in die Selbsthilfearbeit eingestiegen, nachdem ich schon vorher viele Jahre im Ehrenamt und in der Bürgerschaftlichen Arbeit tätig war.

Diese schweren Zeiten führten mich jedoch auch zu der größten Überraschung meines Lebens, ich wurde unvorbereitet zur Stimmenhörerin und Phänomen-Erfahrenen und erkannte aufgrund meines Realitätssinns fast sofort in der logischen Zusammenarbeit mit meinem Unbewussten diese tiefen Wahrheiten des nach physikalischen Gesetzen automatisch Verbundenen von Menschen (Lebewesen) und logisch ablaufendem Unbewusstem. Gleichzeitig aber auch das Entsetzen über die spontane Erkenntnis, was unsere Kultur selbst noch bei Hochintellektuellen für unglaubliche Abwehrmechanismen gegen logische Phänomene entwickelte und meist bis heute als unnormal und krank bezeichnet. Tatsächlich sind das jedoch tiefste physikalische Naturabläufe. Grundlage ist eine Symbolsprache, die das Unbewusstes als tiefe Wahrheit „benützt“, in der weltweit gültigen logischen Empfindungs- und Gefühlssprache, die auch in Träumen, in Psychosen und anderen Krankheiten, und ebenso bei vielen Dichtern und Künstlern aller Richtungen sehr kreativ zum Ausdruck kommt. Heute bestelle ich meine Psychosen selbst bei meinem Unbewussten (sozusagen als „Bestellungen beim Universum“), mit strengen Vorgaben für mein angestrebtes Ziel. Mein Glaube, mein Wissen und mein starker Wille haben mir bisher weit geholfen, doch mein wichtigstes Ziel, die Auflösung (der wie hypnotisch) negativ anhaftender menschlicher „Aufträge“ habe ich noch nicht erreicht, weil auch viele Professionelle daran leiden, wie ich an vielen Erkrankungen dieser davon Betroffenen sehe.

Ich lege großen Wert darauf, zu betonen, ich arbeite mit keinen Theorien, Meinungen, Vermutungen oder Konstrukten, sondern studiere täglich, und erarbeite mir hart und prüfe meine Erfahrungen durch Naturbeobachtung, Vergleich bei anderen Menschen, Lebewesen, Tieren und im Vergleich mit heutiger Forschung und Wissenschaft, dazu mit Aussagen früherer Forscher, Denker, Dichter, mit anderen Religionen und Naturvölkern, bevor ich mich zu meiner selbsterfahrenen Richtung bekenne. Mir ist bewusst, dass unsere Gesellschaft erst eine gute neue Erlaubnis zum Denken und Fühlen durch wichtige Vorbilder (wieder) erhalten muss, um auch zu verstehen, was ich durch meine Entwicklung als selbst-verständlich bis heute erfahren habe, und was ich deshalb verstehen und wissen kann.    

Ingrid Peters, Januar 2008