Lieber Leser, 

zunächst möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Verena, geb. am 18.2.65 in Ludwigshafen am Rhein. Meine Schulzeit verlief ziemlich still ohne große Erfolge oder Misserfolge. Da ich beruflich nicht wusste, was ich tun sollte, entschied ich mich für den sozialen Bereich als eheste Möglichkeit für meine Fähigkeiten. Ich absolvierte dann eine Ausbildung zur Krankenschwester mit großer Anstrengung und Unsicherheit.

Danach war ich noch zwei Jahre in einem Krankenhaus und kam zu der Entscheidung, nicht mehr dort zu arbeiten, da mir die starke Hierarchie, der Stress und die hohe Verantwortung bei knapper Personalbesetzung nicht zukunftsträchtig erschienen.

So entschloss ich mich, nur noch halbtags zu arbeiten, was mir viel mehr Lebensqualität brachte.

Danach zog ich mit meinem Ehemann in die Region am Bodensee, da mein Mann sich beruflich verändern wollte. Ich arbeitete als Nachtwache in einer Fastenklinik und wurde durch verschiedene Umstände 1992 psychisch krank.

Danach war ich lange sehr depressiv und arbeitete auch nicht mehr. Die Arbeit in einem Bauernmarkt und der Besuch vom Kolpingkolleg brachten langsam aber kontinuierlich, über zirka zwei Jahre hinweg, wieder eine Stabilisierung in die Erkrankung.

Danach folgte ein Umzug in meine Ursprungsumgebung Stuttgart. Dies tat mir recht gut und brachte weitere psychische Stärkung.

Seit 1999 arbeitete ich mit psychisch Erkrankten im ambulanten Bereich. Dies machte viel Freude trotz aller Belastung. Leider kam ich immer mehr in eine Überlastung und erkrankte 2006 erneut. Frustriert stellte ich fest nicht mehr ausreichend belastbar für diese Art der Tätigkeit zu sein.

So passt dieses Projekt sehr für mich, um meine Erfahrungen, die mein Leben sehr beeinflusst und geprägt haben, als Betroffene und Profi, in einem anderen Kontext weiter zu geben. Außerdem fühle ich mich doch mit vielen Selbstbetroffenen verbunden und gemeinsam in einer Arbeitsgruppe könnte auch mehr Hoffnung und Lebensqualität für andere entstehen.

Mit besten Grüßen
von Verena